Tomás Halík
Corona Bamberg
Wolfgang Büscher
Thomas Macho
Felicitas Hoppe
Thomas Hürlimann

Die Porträts

CORONA BAMBERG wurde 1921 in Berlin geboren. Sie ist Benediktinerin und geistliche Autorin. Ihr Leben ist eine Suche danach, sich so sehen zu können, wie Gott sie wohl anschaut. Das ist ohne Erfahrungen von Einsamkeit nicht zu haben, die sie als „härteste Anfechtungen“ beschreibt und „sozusagen antlitzlos“ sind. Die Askese und ihren Dreiklang von Ordnung, Weg und Kampf verbindet sie mit der Heiterkeit des Herzens. Von Herzen kann sie daher einem Satz von Nikolas Gomez Davilá zustimmen: „Gott ist nicht die Verpflichtung, auf alles zu verzichten, sondern die Gewissheit, dass uns am Ende nichts mangeln wird.“ Corona Bamberg lebt seit fast 70 Jahren im Kloster Herstelle.

 

WOLFGANG BÜSCHER wurde 1951 in Volkmarsen bei Kassel geboren. Er ist Redakteur der "Welt", Buchautor und ein schreibender Wanderer. Zu Fuß hat er sich in den letzten Jahren auf vielmonatige Reisen gemacht: von Berlin nach Moskau, 3500 Kilometer die deutsche Grenze entlang und schließlich von Nord nach Süd in das Herz Amerikas. Wolfgang Büscher liebt das rosenfingrige Licht der Morgenröte, das franziskanische Licht der Armut und des Aufbruchs und er hat mehrfach erfahren: es ist das Gehen, das sich sein Gesetz schafft und seine Ordnung offenbart. 2014 hat er zwei Monate in der Altstadt von Jerusalem gelebt und machte die Erfahrung des stillen Exodus der Christen aus ihrer heiligen Stadt. Wolfgang Büscher lebt in Berlin.

 

TOMÁŠ HALÍK wurde 1948 in Prag geboren. Er ist ein tschechischer Priester und Philosoph. 1978 wurde er heimlich zum Priester geweiht. Danach arbeitete er elf Jahre in der tschechischen Untergrundkirche. 1989 beteiligte er sich an der Samtenen Revolution und schließlich am schwierigen Aufbau der Demokratie.

Tomáš Halík hat in den 60er Jahren Soziologie, Philosophie und Psychologie studiert. Er war naher Mitarbeiter von Kardinal Tomášek und Václav Havel und ist gegenwärtig Professor für Soziologie an Karlsuniversität Prag, Rektor der Universitätskirche St. Salvator in Prag und Präsident der Tschechischen christlichen Akademie. 2014 wurde ihm der Tempelton-Preise verliehen. Tomáš Halík lebt in Prag.

 

FELICITAS HOPPE wurde 1960 in Hameln geboren und ist Schriftstellerin. Sie liebt Abenteuereisen, die Suche nach Schätzen und das Glück des Erzählens. „Wenn die Angst bei mir ist, habe ich keine Angst, die Angst nimmt mich bei der Hand…“ (Ossip Mandelstam), ist einer ihrer Lieblingssätze. Fragen, die sie umtreiben sind: Auf welchen Namen sind wir getauft? Wie krönt man richtig? Wie bekomme ich einen Platz am runden Tisch. Wer ihr Buch „Johanna“ liest, trifft auf Johanna von Orleans, deren Leben und Schicksal sie seit langer Zeit fasziniert. 2012 wurde ihr der Büchnerpreis verliehen. Heute lebt Felicitas Hoppe in Berlin und in einer ehemaligen Einsiedelei in Leuk in der Schweiz.

 

THOMAS HÜRLIMANN wurde 1950 in Zug geboren. Er ist Schriftsteller, Dramatiker und Essayist. Er ist fasziniert von dem barocken Kosmos und der katholischen Welt, von dessen Freude und Schmerz der Verwandlungen, von der Haltung, alles der Verwandlung irgendwie für würdig zu erachten: Eros und Anbetung, Tod und Kontemplation, die Sterblichen auf Erden und Gott im Himmel. Die Texte von Thomas Hürlimann oszillieren zwischen Schwermut und Leichtsinn, barocker Weltfülle und Endlichkeit. In Einsiedeln hat er zwei Mal das Einsiedler Welttheater inszeniert mit den Bewohnern des Ortes und den Mönchen des Klosters. Thomas Hürlimann lebt heute in Berlin und in der Schweiz.

THOMAS MACHO wurde am 1950 in Wien geboren. Er ist Philosoph und Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, In seinen Arbeiten geht er den Geheimnissen der verschiedenen Verwandlungen nach, den „Todesmetaphern“, den Konversionen und Bekehrungen und den Ordnungen der Vorbilder. Immer und überall interessieren ihn die „Kulturtechniken“, zu deren Erforschung er das Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik mitbegründet hat. Er ist fasziniert von Hugo Ball und Elias Canetti, von Simone Weil und von Jean-Paul Sartre und dessen „Lebensgeste“: dem „ständige(n) Aufschwung“, der „Losreißung vom eigenen Gewordensein“. Thomas Macho lebt in Berlin.